„Wünsche: Ein leiser Kompass für starke Führung“

11.12.2025

Zum Jahresende entstehen bei vielen von uns innere Wunschlisten – manche ganz bewusst, andere eher leise im Hintergrund. Auf den ersten Blick wirken Wünsche privat, etwas, das wir selten aussprechen. Tatsächlich sind sie weit mehr: Ein selbstgezeichnetes Profil dessen, was uns wichtig ist, was uns fehlt und was wir erreichen wollen.

Und genau hier wird es für Führung interessant, denn gerade in Führungsrollen, in denen vieles von außen auf uns einwirkt – Erwartungen, Entscheidungen, Dynamiken – lohnt sich dieser innere Blick besonders.

Denn Wünsche zeigen uns, was wir brauchen, um gut wirken zu können, und was uns noch fehlt, um wirksam zu führen. Sie sind damit ein oft unterschätztes Führungsinstrument, das uns einlädt, uns selbst zu fragen: „Was wünsche ich mir für mein Team? Für meine Rolle? Für mich als Mensch in dieser Rolle?“

Wünsche sind der erste Schritt zu klaren Zielen. Noch nicht formuliert, aber spürbar – und damit ein erstaunlich präziser Kompass. Wer seine Wünsche kennt, trifft bewusstere Entscheidungen: Was möchte ich verändern? Wovon brauche ich mehr, wovon weniger? Und was bedeutet das konkret für meine Rolle, mein Team, meine Organisation?

Diese Fragen stellen wir uns viel zu selten. Vielleicht auch, weil Wünsche uns verletzlich machen. Sie zeigen, wonach wir uns sehnen – und worauf wir (noch) keinen Einfluss haben.

Auch in Teams spielen Wünsche eine wesentliche Rolle. Oft unausgesprochen, hörbar jedoch zwischen den Zeilen: der Wunsch nach Klarheit, nach Feedback, nach Verlässlichkeit in Entscheidungen, nach Orientierung in Veränderung. Wenn wir als Führungskräfte diese Signale wahrnehmen, wird Arbeit leichter, Zusammenarbeit menschlicher und Leistung nachhaltiger.

Interessant ist, wie wir mit unerfüllten Wünschen umgehen – unseren eigenen und denen anderer. Sie sind nicht gefährlich, sondern wertvolle Informationen. Sie zeigen Lücken, Potenziale und Risiken. Sie helfen uns, Prioritäten zu setzen und den Fokus zu schärfen.
Ein erfüllter Wunsch macht leicht und großzügig. Ein unerfüllter Wunsch macht aufmerksam: Was fehlt noch? Was braucht es, um weiterzugehen? Beides hat seinen Wert.

Vielleicht ist es deshalb eine gute Aufgabe für den Jahresausklang, den eigenen Wünschen Raum zu geben, sie zu sortieren, loszulassen, was nicht mehr zu uns gehört – und mitzunehmen, was uns Kraft gibt.

Wünsche sind kein Luxus. Sie sind ein inneres Navigationssystem. Und wer führt, braucht Orientierung – im Außen und im Innen.

Mein Gedanke:

Wünsche sind die leisen Entwürfe unserer Zukunft. Nehmen wir sie ernst, führen wir klarer, menschlicher und mutiger. Manchmal beginnt gute Führung einfach mit einem ehrlichen Wunsch.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen schöne, friedliche Weihnachtstage – Zeit mit Menschen, die Ihnen guttun und neue Energie schenken. Möge das neue Jahr Ihnen Klarheit, Mut und gute Entscheidungen bringen.

Ich freue mich auf ein Wiedersehen in 2026.

Herzlich,

Ihre

Sandra Günther