Optimist, Pessimist oder Possibilist?

13.02.2024

Sind Sie ein Optimist, Pessimist oder ein Possibilist? Zu den ersten beiden Einstellungen muss ich sicher nicht viel erklären. Possibilisten sind optimistische, flexible und kreative Menschen, die an die Macht der Möglichkeiten glauben und bereit sind, aktiv daran zu arbeiten, ihre Ziele zu erreichen und ihr Leben zu gestalten. Mir zumindest war diese dritte Grundhaltung bis zu einem sehr spannenden Vortrag von Prof. Dr. Volker Busch auf dem DZ Hyp Neujahresempfang bisher nicht präsent. Seither denke ich jedoch stark darüber nach, wie die Menschen um mich herum in dieser Hinsicht „ticken“ und natürlich welchen Anteil der Possibilismus auf den verschiedenen Ebenen meines Lebens einnimmt. Eine Denkweise zu etablieren, die dazu ermutigt, in Möglichkeiten und nicht nur in Problemen zu denken, finde ich sehr hilfreich. Es ist ein Ansatz, der uns hilft, unsere Perspektive zu erweitern und neue Wege zu erkunden, anstatt uns nur auf Hindernisse und Begrenzungen zu konzentrieren.

In der heutigen Gesellschaft und insbesondere in Deutschland neigen wir oft dazu, uns sofort nur auf die negativen Aspekte einer Situation zu fokussieren. Wir sehen Probleme und Schwierigkeiten und sind schnell dabei, uns von ihnen entmutigen zu lassen. Der Possibilismus fordert uns jedoch auf, über diese Probleme hinauszuschauen und nach Möglichkeiten zu suchen. Indem wir in Möglichkeiten denken, öffnen wir uns für neue Ideen und Lösungsansätze. Statt uns von Problemen einschränken zu lassen, erkennen wir plötzlich Potenziale und Chancen, die uns zur Verfügung stehen. Wir nehmen die Herausforderungen als Sprungbrett, um uns weiterzuentwickeln und unsere Ziele zu erreichen.

Ein possibilistischer Ansatz ermutigt uns auch dazu, kreativ zu sein und Risiken einzugehen. Anstatt uns von der Angst vor dem Scheitern lähmen zu lassen, gehen wir neue Wege und probieren Dinge aus, die uns zuvor unerreichbar erschienen. Wir erkennen an, dass jeder Fehler oder Rückschlag eine Möglichkeit ist, zu lernen und zu wachsen.

Possibilismus bedeutet zugleich, dass wir unsere Denkweise ändern und unsere Überzeugungen hinterfragen müssen. Oftmals sind es unsere eigenen begrenzenden Gedanken und Glaubenssätze, die uns daran hindern, in Möglichkeiten zu denken. Indem wir diese überwinden und unsere Perspektive erweitern, können wir neue Horizonte entdecken und unsere Ziele erreichen.

Wenn wir diesen Ansatz nun auf unseren Führungsalltag übertragen, können wir das Potential unserer Teams heben. Wichtig ist es jedoch auch hier, zunächst als Vorbild zu agieren. Das heißt wir müssen als Führungskräfte bereit sein, Risiken einzugehen und aus unseren Fehlern zu lernen und eben in Herausforderungen und entsprechenden Lösungen zu denken. Wir sollten (teilweise) mutiger sein und uns nicht von Rückschlägen entmutigen lassen. Jeder Rückschlag oder Fehler kann uns wertvolle Lektionen lehren und uns auf dem Weg zu unseren Zielen weiterbringen. Wenn wir dieses Mindset (vor)leben, können wir auch unsere Mitarbeitenden sukzessiv dazu befähigen, diese Grundhaltung in ihr Leben zu integrieren.

Insgesamt bedeutet possibilistische Führung nach meinem Verständnis, die Macht der Möglichkeiten zu erkennen und aktiv daran zu arbeiten, positive Veränderungen herbeizuführen, sowohl auf individueller als auch auf organisatorischer Ebene. Es geht darum, eine inspirierende Vision zu entwickeln, Mitarbeitende zu stärken, flexibel zu sein und eine Kultur des Lernens und der Innovation zu fördern. Indem wir unsere Teams dazu ermutigen, sich auf die positiven Aspekte einer Situation zu konzentrieren und nach Lösungen suchen, fällt es leichter „das Mögliche“ aus jeder Situation herausholen.

Mein Gedanke:

Der Possibilismus eröffnet uns neue Perspektiven und ermöglicht es uns, unser volles Potenzial auszuschöpfen. Indem wir in Möglichkeiten und nicht nur in Problemen denken, können wir unsere Ziele erreichen und ein erfülltes und erfolgreiches Leben führen. Es ist eine Denkweise, die uns inspiriert und motiviert, neue Wege zu erkunden und das Unmögliche möglich zu machen. Wichtig hierbei ist jedoch auch der Glaube an uns und unsere Fähigkeiten diese Möglichkeiten zu erkennen, nicht sofort und immer aber immer öfter…
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen viel Spaß beim Erkunden der unendlich vielen Möglichkeiten und dem Loslassen der negativen Energien, die uns nur blockieren.

Herzlichst,

Ihre

Sandra Günther